
Der Wisconsin-Weg: Wie Gabriel Huber die Balance zwischen Elite-Tennis und Finance in der Big Ten meisterte
"Man springt ins kalte Wasser, aber man lernt zu schwimmen." Als Gabriel Huber die Tiroler Bergwelt gegen die University of Wisconsin-Madison eintauschte, wusste er, dass ihn eine Herausforderung erwartete. Was er damals noch nicht wusste: Sein Weg würde ihn vom Division-I-Spitzenspieler zum Master-Absolventen und schließlich zum Assistant Coach der „Badgers“ führen.
Die Kraft des Teams: „Automatischer Energiemodus“
Nachdem er im europäischen Jugendtennis vor allem auf sich allein gestellt war, wirkte die Energie des US-College-Tennis auf Gabriel wie eine Offenbarung. In Wisconsin war Tennis kein Einzelsport mehr – es war ein intensiver, hochspannender Mannschaftswettbewerb.
Im europäischen Tennis verhalten sich alle ruhig. In den USA ist es völlig normal – und sogar erwünscht –, emotional zu werden und über sechs Plätze hinweg zu schreien“, erklärt Gabriel. „Wir geben die Energie für unsere Teamkollegen vor. Wenn du an deinem körperlichen Limit bist, gibt dir der Zuspruch deines Teams diese extra Prozentpunkte, um die Ziellinie zu überqueren. Ich nenne das den 'automatischen Energiemodus' – sobald du da draußen bist, zieht dich das Team mit.

Akademische Exzellenz an einer Top-Business-School
Die Wisconsin-Madison beheimatet eines der weltweit führenden Business-Programme. Gabriel hat sein Studium nicht einfach nur „absolviert“ – er blühte förmlich auf. Er schloss einen Doppel-Bachelor in Finance und Risk Management ab, bevor er seinen Master dranhängte.
Der Übergang in das US-amerikanische Hochschulsystem – das Gabriel als strukturierter und konsistenter als das europäische beschreibt – erforderte ein hohes Maß an Disziplin.
Die Umstellung auf das US-Akademiksystem, das Gabriel als strukturierter und kontinuierlicher als in Europa beschreibt, erforderte ein hohes Maß an Disziplin: „In den USA ist das Studium wie ein Marathon. Man hat Midterms, Finals und ständig Hausaufgaben oder Projekte. Man muss sehr diszipliniert sein und sein Leben effizient strukturieren. Schließlich konkurriert man mit Kommilitonen, die keine Athleten sind und mehr Zeit zum Lernen haben. Um eine Eins zu bekommen, muss man besser sein als der Großteil. Dieser Ehrgeiz vom Platz überträgt sich definitiv eins zu eins in den Hörsaal.
Gabriel schreibt es seinen Professoren zu, dass sein Interesse für die Investmentbranche geweckt wurde, in der er nach seiner Tenniskarriere beruflich Fuß fassen möchte.
Das Leben auf einem „Party School“-Campus
Madison ist berühmt für seine lebendige soziale Szene und ein Football-Stadion mit 90.000 Plätzen. Für Gabriel entstanden durch die Jahre auf dem Campus – er lebte mit vier Teamkollegen in einer WG – Freundschaften für die Ewigkeit.
Die Atmosphäre ist wahnsinnig. 90.000 Menschen bei einem Football-Spiel zu sehen, ist überwältigend. Aber als Student-Athlete lernst du, diszipliniert zu bleiben, während andere feiern gehen. Einige meiner schönsten Erinnerungen sind nicht nur die Matches, sondern die Momente abseits des Platzes – das gemeinsame Abendessen, das Zusammenleben und die gegenseitige Unterstützung, wenn jemand vor einem Spiel oder einer Prüfung nervös war.

Gabriels Rat an junge Tennisspieler
Nachdem er seine Spielberechtigung (Eligibility) voll ausgeschöpft hatte, blieb Gabriel dem Programm als Assistant Coach erhalten, während er seinen Master abschloss. Dieser Wechsel ermöglichte es ihm, den Sport aus einer neuen Perspektive zu sehen und der nächsten Generation von „Badgers“ etwas zurückzugeben.
Für junge Spieler in Österreich oder anderen Ländern, die über den Weg ans College nachdenken, ist Gabriels Botschaft simpel: Nutzt die Ressourcen und wachst an der Herausforderung.
Dir liegt alles zu Füßen: Physiotherapeuten, Tutoren, erstklassige Anlagen. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Man wächst nicht nur als Spieler, sondern vor allem als Persönlichkeit. Informiert euch, checkt die Optionen und habt keine Angst davor, diesen Sprung zu wagen.
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